Gesetzliche Gleichbehandlung für alle

In diesem modernen Land Schweiz – wo jedermann stolz ist auf die Bürger­rechte – haben immer noch nicht alle mündigen Personen die gleichen Rechte und Pflichten! Das ist absolut stossend und muss sich ganz schnell ändern!

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20.02.2015 – Alter: 2 Jahre

«Ehe für alle»: Nationalratskommission sagt ja!

Mit einer knappen Mehrheit hat die Kommission die Parlamentarische Initiative «Ehe für alle» angenommen. Somit wird die Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare in der Schweiz endlich politisch debattiert.


Inhaltlich fordert die Initiative den Gesetzgeber auf, die Ehe für alle Paare zu öffnen. Dabei soll das Geschlecht und die sexuelle Orientierung keine Rolle mehr spielen. Aus diesem Grund würden vor allem gleichgeschlechtliche Paare davon profitieren, da auch sie zukünftig den Bund der Ehe eingehen könnten. Für heterosexuelle Paare wäre es wiederum möglich, in einer eingetragenen Partnerschaft zu leben. Die parlamentarische Initiative leistet einen Beitrag gegen Diskriminierung und für ein liberaleres Miteinander.

Die Möglichkeit eine Ehe einzugehen, wird bis heute einem Teil der Schweizer Bevölkerung verwehrt. Diese Unterscheidung entspricht weder dem heutigen liberalen Gesellschaftsbild noch ist sie mit der Schweizerischen Bundesverfassung vereinbar. Die Eheöffnung ergibt sich demnach als Konsequenz aus dem Gleichheitsgebot (Art. 8 BV) und dem Recht auf Ehe und Familie (Art. 14 BV).

Das Familienrecht sollte die Realität abbilden. Die traditionelle Ehe wird durch die Eheöffnung für homosexuelle Paare nicht abgewertet, sondern gestärkt. 

Dass die parlamentarische Initiative ihre Zustimmung durch die vorbehandelnde Kommission des Nationalrats erhalten hat, ist für die LGBT-Dachverbände ein wichtiges Zeichen. Unser jahrelanges Engagement für die Gleichstellung homosexueller Liebe hat endlich Früchte getragen. Denn wir wollen Akzeptanz, keine Sonderbehandlung sondern schlicht die Gleichstellung. Und wir fordern die Öffnung der Ehe weil unsere Beziehungen gleich stark und unsere Familien gleich viel wert sind wie die aller anderen Schweizerinnen und Schweizer.